Archive for Oktober, 2009

„Den Hitler jag’ ich in die Luft“ – Der Attentäter Georg Elser

12. Oktober 2009

elser passfotoBuchvorstellung der überarbeiteten und erweiterten Neuauflage mit dem Autor

Hellmut G. Haasis

Der schwäbische Schreiner verübt am 8. November 1939 einen Bombenanschlag auf Adolf Hitler, doch der überlebt durch eine Verschiebung seines Terminplans. Als einer der ersten hat Georg Elser aus seiner Erkenntnis, in welche Katastrophe Hitlers Politik führen wird, eine konsequente Schlussfolgerung gezogen.
Am 9. April 1945 wurde Georg Elser im KZ Dachau hingerichtet. Bis dahin suchte die Gestapo in endlosen Verhören nach den „Hintermännern“, die es nicht gab. Bereits 1936 war Elser zu der Erkenntnis gekommen, dass Hitler den nächsten Weltkrieg will und nur mit Gewalt gestoppt werden kann – während die spätere Militär-Opposition noch jahrelang Hitlers Kriegspolitik begrüßte.
Die neue Edition geht vor allem auf Elsers Persönlichkeit und die Entwicklung zu seiner radikalen Hitler-Gegnerschaft ein. Während Hitler die Erfüllung nationalistischer Wahnideen vieler Deutscher war, verkörpert Elser die absolute Gegenlinie: die Friedenssehnsucht, die in den Leiden des Ersten Weltkriegs gründet.
In seiner Buch-Vorstellung präsentiert Haasis seltene Fotos. Hintersinnig unterhaltsam zeigt er im Wechselspiel zwischen einem listigen Widerstandskämpfer und der Polizei, wie es Elser beinahe gelungen wäre, Hitlers Kriegspläne zu verhindern.

Über den Autor

Hellmut G. Haasis, geboren 1942 in Mühlacker, studierte Theologie, Geschichte, Soziologie und Politik. Nach dem theologischen Examen politischer Publizist, Verleger und Rundfunkautor. Veröffentlichungen u.a.: Spuren der Besiegten (1984), Gebt der Freiheit Flügel (1988), Edelweißpiraten (1996), Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß (1998). Thaddäus-Troll-Preis, Schubart-Preis, Civis-Preis.

Am Mittwoch, 4. November 2009 um 20:00 Uhr im Kult 41 (Hochstadenring 41, an der
Viktoriabrücke,  Bonn-Nordstadt)

Eintritt frei

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Tsahal – Ein Film von Claude Lanzmann

12. Oktober 2009

tsahal

Am Mittwoch, den 9. November führt die Gruppe Georg Elser ab 20.00 Uhr im Kult41 den Film Tsahal von Claude Lanzmann vor. Nach Shoah, dem wohl bedeutendsten Beitrag zum Gedenken an das Undenkbare, und Warum Israel, einer neugierigen und heiteren Annäherung an die noch junge Nation Israel, folgt nun der letzte und kontroverseste Teil von Lanzmanns jüdischer Trilogie: Tsahal, ein Film über Israel und die israelische Armee (Tsava Haganah Leisrael = Armee zur Verteidigung Israels), entstanden zwischen 1991 und 1994. Wieder sucht sich der engagierte Publizist und epochale Dokumentarist den Zugang zu Geschichte und Gegenwart ausschließlich über die lebendige Stimme ihrer Protagonisten.

Lanzmann über Tsahal: „Es ist wichtig zu verstehen, dass der Holocaust nicht allein ein Massaker an Unschuldigen war, sondern dass es ein Massaker an Menschen war, die keine Verteidigung hatten, die nicht wehrhaft waren; das heißt an Leuten, die zum allergrößten Teil seit Generationen und Jahrhunderten nicht daran gewöhnt waren, Waffen zu gebrauchen und Gewalt anzuwenden. Daher handelt es sich bei Tsahal um die Fortsetzung von Shoah. Ich wollte zeigen, wie in der israelischen Armee das Trauma des Holocaust bis heute bestimmend ist. Im Zentrum von Tsahal steht das Problem, dass man angreifen muss, wenn man nicht sterben will, und dass man zugleich diesen Angriff nach Möglichkeit vermeiden will.“

“Ohne Tsahal (die Armee zur Verteidigung Israels) hätte sich die Frage nach dem Frieden zwischen Israel und seinen ehemaligen Feinden niemals gestellt: Israel würde nicht mehr existieren. Dieser Film fühlt sich nicht der Tagesaktualität verpflichtet, sondern fügt sich ein in den langen Zeitablauf der Geschichte. Er trägt zum tiefen Verständnis dessen bei, was von israelischer Seite aus die Ereignisse von heute vorbereitet und möglich gemacht hat. Er erzählt den langen Weg Israels bis hin zur Anerkennung durch 6 große Kriege hindurch und 46 Jahre permanenter Alarmbereitschaft. Dieser lange Weg wird eines Tages vielleicht zum Abschied von den Waffen führen mit allen damit verbundenen Chancen, Hoffnungen und Risiken.”

Vorführung im Originalton (frz.) mit Untertiteln, 290 min

Am Montag, den 9. November 2009 um 20:00 Uhr im Kult41. (Hochstadenring 41, an der Viktoriabrücke, Bonn-Nordstadt)

Eintritt frei