Archive for Mai, 2008

Antiziganismus – Rassismus gegen Sinti und Roma im wiedervereinigten Deutschland

18. Mai 2008

Vortrag und Diskussion mit Änneke Winckel

Der Begriff „Zigeuner“ ist ein Bündel von Bildern und Ressentiments, das Sinti und Roma zugeschrieben und mit dem eine minderwertige „Rasse“ konstruiert wird. Zunächst wird die Referentin eine Einführung in die Geschichte der Verfolgung – mit besonderem Augenmerk auf der systematischen Ermordung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus – geben. Den eigentlichen Schwerpunkt des Vortrags stellt aber die Analyse der Kontinuitäten des Antiziganismus seit der Wiedervereinigung 1989 dar. Mit den Veränderungen in den osteuropäischen Staaten ändert sich auch die soziale und politische Situation der dort lebenden Roma dramatisch, in der Folge flüchten die Betroffenen vermehrt nach Westeuropa und somit in die BRD.
Hier jedoch wird erst allmählich die historische Schuld aufgrund der Verbrechen im Nationalsozialismus aufgearbeitet. Gleichzeitig wird die Ausländergesetzgebung so bearbeitet, dass aus Flüchtlingen schnell „Asylanten“ und „Scheinasylanten“ werden. Anhand einer ausführlichen Untersuchung von Tageszeitungen und Zeitschriften wird belegt, wie weit das rassistische Ressentiment noch verbreitet ist und wie weit es handlungsleitend wird. Dabei werden sowohl die Medien selbst als auch die deutsche Mehrheitsbevölkerung ins Visier genommen.

Änneke Winckel, Politikwissenschaftlerin aus Köln, ist Autorin des Buchs „Antiziganismus – Rassismus gegen Sinti und Roma im wiedervereinigten Deutschland“, das im Unrat-Verlag erschienen ist.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 3. Juni 2008 im Hörsaal 8 (Hauptgebäude der Universität Bonn) im Rahmen des „festival contre le racisme“ statt. Der Eintritt ist frei.

„Schwarz-rot-geil“ reloaded? – Ein Beitrag zur Demobilisierung

15. Mai 2008

Vortrag und Diskussion mit Alex Feuerherdt

Droht nach dem Sommerammenmärchen im eigenen Land nun bei der Fußball-Europameisterschaft schon wieder ein Flaggenmarsch? Wird in den Fanmeilen, Kneipen und Wohnzimmern neuerlich ganz unbeschwert die Geschichte entsorgt? Kommen die Deutschen noch stärker über andere und dadurch zu sich selbst? Hauen sie die Polen wieder „durch die Wand“ (Jürgen Klinsmann)? Was tun 82 Millionen Hooligans zwischen dem 7. und dem 29. Juni?

Der ehemalige Schiedsrichter Alex Feuerherdt ist freier Autor, Journalist und schreibt u.a. für die Wochenzeitung Jungle World.

Der Vortrag findet am Mittwoch, den 4. Juni 2008 um 20 Uhr im Carl-Schurz-Raum (Nassestr./Kaiserstr. bei Carl´s Bistro) statt.

Eine Veranstaltung der Gruppe Georg Elser und der Liste undogmatischer Studentinnen.