Gegen den antizionistischen Konsens – Solidarität mit Steven Selthoffer!

6. Juni 2010

22.6.2010 – Nachtrag zur Starbucks-Affäre vom 31.5.2010

Nach weiteren, sich teilweise widersprechenden Pressemeldungen stellt sich der Vorfall im Starbucks komplizierter als zuvor dar:
Inzwischen hat der 70jährige Starbucks-Gast Joachim G. zugegeben, Steven Selthoffer durchaus geschlagen zu haben – allerdings mit einer Süddeutschen Zeitung.
„Das war Reflex. Es war noch nicht mal die ganze Zeitung“, erklärt er. „Ich dachte, der stürzt sich auf mich.“
Merkwürdig ist, dass der vermeintlich gewaltbereite Selthoffer nach dieser Tätlichkeit nicht selber tätlich wurde. War er doch bis zum „Reflex“ des SZ-Lesers angeblich dabei, die „Einmischung“ von Joachim D., doch gefälligst Deutsch zu lernen, mit Beleidigungen und Gewalt zu kontern.

Seltsam auch, dass sich die Aussagen D.s noch einmal untereinander widersprechen: Erst suggeriert er im General-Anzeiger, Selthoffer „nach hinten“, also über die Schulter schon fast zufällig getroffen zu haben, um dann im Express eine klar erkennbare frontale Offensive eines wild gewordenen Amerikaners mit einem „israelkritischen“ Organ abzuwehren, das er als vorsorglich zusammen gerolltes Argument in der Hand hielt.
Über die Schwere der Verletzungen gibt es zusätzliche Uneinigkeit. Während die Polizei unisono mit den z.T. „neutralen“ Zeugen im Starbucks bestreitet, beim Opfer Gewalteinwirkung feststellen zu können, verweist Selthoffer explizit auf den Befund des St. Elisabeth-Hospitals. In einem Interview für die Zeitschrift Konkret präzisiert er seine Darstellung der Vorfälle.

Wir müssen trotz alledem selbstkritisch resümieren, uns bei der israelsolidarischen Kundgebung des 7. Juni 2010 seine Aussagen fast komplett zu Eigen gemacht zu haben. Was letztlich am 31. Mai im Starbucks am Münsterplatz genau geschah, wird nach Lage der Dinge wohl kaum abschließend geklärt werden. Zu widersprüchlich sind die Aussagen und zu groß die Lust der Bonner Ermittler, den lästigen Vorgang schleunigst zu den Akten legen zu können.

Es wäre jedenfalls beruhigend, wenn unsere schlimmste Vermutung unwahr wäre, dass ein Kritiker des antiisraelischen Wahns unter den Augen eines gleichgültigen bis einverstandenen Publikums unbehelligt Schläge kassieren konnte.

Unser ursprünglicher Aufruf zur Kundgebung „Gegen den antizionistischen Konsens – Solidarität mit Steven Selthoffer“, der außerhalb der konkreten Ereignisse im Starbucks an Aktualität und Bestimmtheit nichts verloren hat, lautet wie folgt:

Meine Damen und Herren!

Am Rande einer Kundgebung auf dem Bonner Münsterplatz, die am 31. Mai gegen Israel demonstrierte, kam es zu einem denkwürdigen Vorfall: Etwa zehn Personen betraten das dortige „Starbucks“-Café und forderten alle Gäste lautstark auf, sich ihrer antizionistischen Botschaft anzuschließen und an der laufenden Veranstaltung teilzunehmen. Als der amerikanische Sportjournalist Steven Selthoffer die Anti-Israel-Aktivisten darum bat, seinen Kaffeegenuss ohne ihre aufdringliche Propaganda fortsetzen zu dürfen, wurde er mit antiamerikanischen und antiisraelischen Sprüchen belegt. Sein Sitznachbar raunzte ihn an, er solle gefälligst Deutsch sprechen. Kurze Zeit später wurde Selthoffer hinterrücks mit einem Gegenstand niedergeschlagen und schwer verletzt. Die Anwesenden wohnten diesem Treiben teilnahmslos bei und verhalfen mit ihrer unterlassenen Hilfeleistung dem Täter zur Flucht. Weder die Café-Gäste noch die „Starbucks“-Manager riefen die Polizei oder den Notarzt.

Im Gegenteil: Selthoffer musste, nachdem er sein Bewusstsein wiedererlangt hatte, selbst zur Polizei gehen und dann wegen schwerer Kopfverletzungen im Krankenhaus behandelt werden.

Solch eine öffentliche Gewalttat ist in Deutschland und ganz Europa zum Normalzustand geworden. Die „Israelkritik“ ist die allgemein anerkannte Währung, um den Antisemitismus in der Bundesrepublik moralisch sanieren und wieder unbelastet gegen alles Israelische, Jüdische und diejenigen losschlagen zu können, welche noch ein freundliches Wort für die Selbstverteidigung des jüdischen Lebens übrig haben.

Seien es nun „Israelkritiker“, die bei der UNO mithilfe arabischer Despotien die palästinensischen Slums für alle Ewigkeit erhalten wollen, oder Linkspolitiker, die im Bundestag für einen israelischen Präsidenten demonstrativ nicht aufstehen, freie Kameradschaften, die ihre „national befreiten Zonen“ sauber halten oder nun linke und islamische Antiimperialisten, die einträchtig zum Stützpunkt der Mordbande Hamas schippern – sie alle sind sich einig, dass der „Jude unter den Staaten“ (Leon Poliakov) die größte Bedrohung des Weltfriedens ist.

Der hierzulande allseits beliebte Volkssport namens „Israelkritik“ ist ein gegen jede widersprüchliche Erfahrung abgedichtetes Wahnsystem, das für die toten Juden des Holocausts zwar viel kostenloses Mitleid übrig hat, sich über die lebendigen und verteidigungsfähigen Juden aber zu jedem Anlass empört.

Ging es der Raserei früher um die Vernichtung der jüdischen Weltverschwörung gegen die verwurzelten Völker der Erde, muss nunmehr ein von der Israel-Lobby und ihren Bütteln am Leben erhaltenes, jüdischer Staat gewordenes Verbrechen gegen das Völker- und Menschenrecht vom Erdboden getilgt werden. Der Jargon des Menschen- und Völkerrechts dient als populäre Rechtfertigung, Juden um ihr Leben zu bringen.

Es ist für die „Israelkritiker“ in der Bundesrepublik längst nicht mehr möglich, den intimen Zusammenhang zwischen Antizionismus und Antisemitismus zu vertuschen. Solange das Bekennerschreiben „Sobald ihr nicht den Palästinensern Ruhe gibt [sic], geben wir euch keine Ruhe“ lautet, wird ein Brandanschlag wie der auf die Wormser Synagoge vom 17.5.2010 nicht zum Skandal, sondern allenfalls als peinliche Randnotiz des „israelkritischen“ Alltags in Deutschland geführt.

Die Kundgebung richtet sich gegen den unheilvollen antiisraelischen Konsens, die Normalität der antisemitischen Ressentiments und das bedrohliche Bündnis von radikal islamischem Judenhaß mit der Bürgerpflicht namens „Israelkritik“. Es muss aufhören, dass mit Steven Selthoffer jemand für seinen Einspruch gegen diese Propaganda unbehelligt niedergeschlagen werden kann. Es muss aufhören, dass dieser noch wie im Bonner General-Anzeiger vom 5.6. 2010 verhöhnt wird, in dem man das Ereignis nach Tagen des Verschweigens zur „Auseinandersetzung zwischen zwei Männern“ verharmlost hat. Es muss ein Klima denunziert werden, in dem sich ein Mensch zur brutalen Gewalt gegen einen Kritiker ermächtigt fühlt.

Was die internationale Koalition gegen Israel wünscht und vorbereitet, ist die Liquidierung des jüdischen Staates und seiner wehrhaften Bewohner. Die Kundgebung möchte diesen Wahnsinn und seine Verharmlosung anprangern und gegen die antizionistische Verbrüderung die Solidarität mit Israel setzen.

Der Veranstalter ruft all diejenigen zur Teilnahme auf, die diese unheilvollen Allianzen gegen Israel und die Scheinheiligkeit der zivilgesellschaftlichen „Israelkritik“ nicht mehr ertragen können.

Die Kundgebung findet am Montag, den 7. Juni 2010 um 18 Uhr auf dem Münsterplatz im Bonner Zentrum statt.

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2 Antworten to “Gegen den antizionistischen Konsens – Solidarität mit Steven Selthoffer!”

  1. nirgendwo Says:

    Nach dem zweiten Artikel im Express kann ja nun niemand mehr daran zweifeln, daß Selthoffer ein primitiver Lügner ist.

  2. anwesend Says:

    Nach der Lektüre der Boulevardpresse kann ein anständiger Mensch ja nun wirklich keinen Zweifel mehr hegen, hat sie ihn doch bisher nie betrogen, wenn es um harte Fakten, falsche Titten und eine ordentliche Hatz gegen Volksschädlinge ging.


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