Die Bildung als Widersacher des Geistes

5. Juni 2010

Vortrag und Diskussion mit Magnus Klaue

Seit einigen Jahren hat Deutschland der Bildungswahn ergriffen. Bildungspolitiker rufen die „Bildungsrepublik“ aus, Studenten treten in den „Bildungsstreik“, „Bildungsberichte“ werden verfaßt, „Bildungsgutscheine“ vergeben, „Bildungswikis“ angelegt, und alle fordern „Bildung für alle“. Dieser bildungspolitische Amoklauf, in dem sich Lehrer, Forscher und Studenten der Sache nach einig sind, zeugt von einer beängstigenden Geschichtsvergessenheit. Bezeichnet doch der Begriff der Bildung in Deutschland – in besonders schlimmen Fällen auch als sog. „Herzensbildung“ – seit jeher eine Reihe von Schandtaten. Insbesondere richtet er sich gegen den „Geist“, dessen Wurzellosigkeit, Flüchtigkeit, Insistenz und zersetzender Kraft mit der Bildung ein Prinzip intellektueller und sittlicher Bodenhaftung gegenübergestellt wird, die dem kritischen Impuls des Geistes im Namen höherer Werte ein Ende machen soll. Wie diese Dichotomisierung von Bildung und Geist sich historisch entwickelt hat, wie sie mit dem Kapitalverhältnis bzw. dessen deutscher Aufhebung zusammenhängt, und weshalb der Begriff der Geisteswissenschaften heute völlig zurecht durch den der Kulturwissenschaften ersetzt wird, möchte der Vortrag zu klären versuchen.

Am Dienstag, den 13. Juli 2010 um 20:00 Uhr in Hörsaal XVII (Hauptgebäude der Uni Bonn). Der Eintritt ist frei.

Veranstaltet vom Referat für Politische Bildung des AStA der Uni Bonn und wärmstens empfohlen von der Gruppe Georg Elser.

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