Mit Judo gegen Wodka Bruno, Miethai Zinse und Dr. Mubase

23. Mai 2009

TKKG – ein postnazistischer Jugendkrimi

Vortrag und Diskussion mit Jean-Philipp Baeck und Volker Beeck

In Buch- und Hörspielform macht im deutschen Jugendkrimi „TKKG“ der Bandenchef Tarzan seit 1979 seine Gefolgsleute durch geistige und körperliche Überlegenheit überflüssig. Gottgleich ist er für die jugendlichen Leser weniger Identifikationsfigur als virtueller Führer. Zur Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Ordnung löst Tarzan seine Fälle mit Hilfe des Faustrechts, verprügelt die, durch Hakennasen oder fremde Namen gekennzeichneten Dealer und andere Bösewichte. Der Beitrag zeigt, inwiefern TKKG Prototyp eines postfaschistischen Kinderkrimis ist und geht auf den Subjektverfall in der postfaschistischen Gesellschaft, anhand des Geschlechterverhältnisses zwischen Gabi und Tarzan, den rassistischen und antisemitischen Bedrohungszenarien einer Welt voll dunkler Machenschaften ein, in der sich die Masse nur durch Anlehnung an einen Führer wie Tarzan behaupten kann.

am Dienstag, den 9. Juni 2009 um 19.30 Uhr – Hörsaal 17 (Englisches Seminar, Universitäts-Hauptgebäude)

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2 Antworten to “Mit Judo gegen Wodka Bruno, Miethai Zinse und Dr. Mubase”

  1. Tommy und Annika Says:

    Pippi Langstrumpf löst auch alles mit Gewalt (oder Geld => Goldmünzen) und dient Tommy und Annika als Führungsfigur… Fast schon NOCH subtiler.

  2. pippi Says:

    Es geht nicht nur um die hohle Gewaltanwendung Tarzans. Die Kritik reibt sich auch an den propagierten Feindbildern, in denen alles, was als fremd aufgefasst wird, zur klischeehaften Fratze wird. Und daran, dass es eigentlich gar keine spannende Geschichte gibt, sondern TKKG nur von der Bestätigung des eingangs demonstrierten Vorurteils beispielsweise gegen Obdachlose, gegen Drogendealer, gegen Menschen mit Prothesen usw. lebt. Dass das in der Figur der Gabi vermittelte Frauenbild reaktionär ohne Ende ist.

    und, und, und… all das hat Pippi nicht zu bieten!

    Aber wenn du es doch genauer wissen willst: im Sammelband „Deutschlandwunder“ der Gruppe kittkritik ist das Vorgetragene nachzulesen, gibts für 14,90 Euro beispielsweise im Buchladen Le Sabot. Beim Verlag gerade leider vergriffen, eine 2. Auflage ist in Vorbereitung.


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