Das Entkorken der Flaschenpost

16. Dezember 2008

Adorno, Horkheimer, Marcuse und ihre Frankfurter Studenten in den Jahren 1967 bis 1969

Plakat Claussen 27.1.2009Im Mai 1968 fragte sich die Weltöffentlichkeit, wie es zur Unruhe der Studenten kam. Herbert Marcuses bis dahin nur Eingeweihten bekanntes Buch „Der eindimensionale Mensch“ fand plötzlich reißenden Absatz. Die Frankfurter Schule wurde in der westlichen Öffentlichkeit als theoretische Grundlage studentischer Protestbewegungen identifiziert. Dieser Mythos hat einen realen Kern, der in Frankfurt zu finden ist. Hier hattten Horkheimer und Adorno nach ihrer Rückkehr aus dem amerikanischen Exil Generationen von Studenten das Öffnen ihrer als Flaschenpost aufgegebenen Kritischen Theorie gelehrt. Hier wurde der Konflikt zwischen Theorie und Praxis virulent, der 1969 in der Besetzung des Instituts für Sozialforschung durch Studenten des SDS kulminierte. Der Vortrag beleuchtet die komplexe und konfliktreiche Geschichte zwischen Horkheimer, Adorno, Marcuse und „ihren“ Studenten, die sich in Frankfurt wie an keinem anderen Ort der weltweiten Revolte in der Tat mit der Kritischen Theorie auseinandersetzten.

Vortrag von Prof. Detlev Claussen
Dienstag 27. Januar 2009 um 20:00 Uhr, Hörsaal 17
(Englisches Seminar, Hauptgebäude der  Universität Bonn, Regina-Pacis-Weg 5)

Detlev Claussen,  Professor für Gesellschaftstheorie, Kultur- und Wissenschaftssoziologie an der Universität Hannover, ist Autor der Biographie „Theodor W. Adorno – Ein letztes Genie“.

Veranstaltet durch: Gruppe Georg Elser, AStA der Uni Bonn, Verein zur Förderung politischer Bildung und Kultur e.V.

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2 Antworten to “Das Entkorken der Flaschenpost”

  1. ein kritiker Says:

    Im Hörsaal 17 hat ein alter Professor 120 Menschen mit Geschichten von damals belästigt.

    Es wäre am Tag der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee wesentlich sinniger gewesen,, die Funktion der Linken als Avantgarde des „ehrbaren Antisemitismus“ (Jean Améry) zu denunzieren, der im Gaza-Krieg als so genannte „Israel-Kritik“ erneut seine hässliche Fratze gezeigt hat.

    Während praktisch gewordene „Israelkritik“ jüdischen Schülern in Berlin, urlaubenden Israelis in Dänemark oder Synagogen weltweit ihre pogromhafte Aufwartung macht, salbadert Claussen sich ein 68 zusammen, in dem solcherlei wenig schmuckhaftes Beiwerk einer eklektizistischen Chronik weichen musste.

    So wissen wir wenigstens, wer Angela Davis beim Kant-Referat geholfen hat.

  2. ein anderer Says:

    Das ist richtig, auch wenn du die Rolle der Linken als „Avantgarde des ehrbaren Antisemitismus“ definitiv überschätzt und es sich zudem auch nur um den hässlichsten Teil der Linken handelt.

    Vor allem hat Claussen nicht gehalten, was die Ankündigung versprach und statt von dem schwierigen Verhältnis von Theorie und Praxis nur von seinen persönlichen Anekdötchen erzählt.

    Schade, dass sein Vortragen nicht ansatzweise an seine Schriften heranreicht…


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